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PC-Upgrade – ein paar Worte

Einleitung
Nach etwa dreieinhalb Jahren ist es soweit – ich habe meinem PC (ja, ich gehöre noch zu den Leuten, die einen echten PC zuhause haben und nutzen) ein Upgrade verpasst.
Nun ist es nicht so, dass ich mit meiner bisherigen Hardware unzufrieden war, obwohl sie schon länger nicht mehr aktuell ist, aber auf mein verändertes Nutzungsverhalten musste nun auch entsprechende Hardware her. In beschäftige mich seit einigen Monaten intensiv mit dem Thema Bildbearbeitung und da merkt man doch hier und da bei der Arbeit mit Photoshop und Lightroom, dass die Hardware die Arbeit doch ein wenig verlangsamt und dadurch den Spaß trübt. So dauerte das Anwenden bestimmter Filter schon mal recht lange.
Wie gesagt hatte ich bis jetzt immer das Gefühl, einen guten und schnellen PC zu haben, doch trotzdem wurde der Wunsch nach besserer Hardware immer stärker; als ich dann quasi sofort einen Käufer meiner bisherigen Hardware gefunden hatte, war die Entscheidung schnell gefällt.
Da ich für Bildbearbeitung keine neue High-End-Grafikkarte benötige, habe ich meine „alte“ Gainward GTX570 Phantom behalten und nur die Kernkomponenten CPU, Board und Speicher getauscht. Und da mein altes Netzteil nicht mit den neuen Stromspartechniken der Haswell-CPUs klarkommt, habe ich auch ein neues Netzteil besorgt. Das hatte ich aber ohnehin schon länger vor.

Die Hardware
Folgende Upgrades wurden durchgeführt:
CPU:               Intel Core i7 860 → Intel Core i7 4770 (Haswell)
Board:           ASUS P7P55D-E → Gigabyte GA-H87-HD3
RAM:             Kingston HyperX blu 8 GB → Kingston HyperX blu 16 GB
Netzteil:       be quiet Pure Power L7 530 W → Enermax Revolution87+ 550 W

Übernommene Komponenten des bisherigen Systems:
SSD:              Samsung 830 Series 128 GB
HDD:            Seagate Barracuda 750 GB
Grafik:          Gainward GTX 570 Phantom
Kühler:         Scythe Mugen 3
Gehäuse:      Cooler Master CM690

Die neuen Sachen!
Die neuen Sachen!

Benchmarks
Benchmarks sind nur Zahlen, die für die gefühlte Performance keine Rolle spielen, dennoch geben sie theoretischen Aufschluss über die Leistungsfähigkeit der Hardware und über Unterschiede zwischen verschiedener Hardware. Daher habe ich sowohl auf dem alten System als auch auf dem neuen verschiedene Benchmarks laufen lassen, um vergleichen zu können, wie viel besser die neue Hardware in der Theorie ist.
Zuvor sei gesagt, dass die Punktzahl bei 3DMark und PCMark auch die Leistung der Grafikkarte beinhaltet. Und da die sich nicht verändert hat, lässt sich daraus nicht wirklich errechnen, um viel Prozent die neue CPU schneller ist. Insofern lässt sich daraus kein echter Vergleich herstellen, dennoch ist es ein guter Überblick über die Gesamtperformance des Systems.

3DMark

3DMark - Alter PC
3DMark – Alter PC
3DMark - Neuer PC
3DMark – Neuer PC

Wie man sieht, schneidet der neue Rechner in allen drei Tests besser ab als der alte. Allerdings gibt es Unterschiede im Abstand. Während es im „Ice Storm“-Test knapp 40 % mehr Punkte gibt, sind es im grafiklastigen „Fire Strike“ „nur“ 10 %. Wie bereits erwähnt, liegt das daran, dass die Grafikkarte nicht ersetzt wurde.

PCMark 7

PCMark7 - Alter PC
PCMark 7 – Alter PC
PCMark7 - Neuer PC
PCMark 7 – Neuer PC

Auch bei PCMark 7 wird das ganze System samt der Grafikleistung getestet, allerdings ist die Anforderung an die Grafikkarte nicht so hoch. Und das zeigt sich prompt wieder in nackten Zahlen, denn auch hier gibt es einen Leistungszuwachs von ca. 35 %.

Cinebench

Cinebench - Alter PC
Cinebench – Alter PC
Cinebench - Neuer PC
Cinebench – Neuer PC

Cinebench bietet die Möglichkeit, die reine CPU-Leistung zu testen. Und dort kann der neue Prozessor natürlich zeigen, was in ihm steckt. Da hier die Grafikkarte keinen Einfluss mehr hat, kommen auch gleich andere Zahlen zum Vorschein. Im Multicore-Test kommt der alte PC auf 460 Punkte, während die neue Hardware 755 Punkte schafft – ein Leistungssprung von knapp 65 %. Im Test mit nur einem Kern fällt es nicht ganz so deutlich aus, aber auch dort sind es immerhin knapp 52 % – mit Punkten von 102 zu 155.

Nimmt man also die reine CPU-Leistung – auf die es mir bei meinem Upgrade ja auch in erster Linie ankam – so bringt mir das Upgrade einen theoretischen Leistungszuwachs von über 60 %. Ich denke, damit kann man sagen, dass es sich gelohnt hat, oder?

Praxis
Doch was bringen einem diese Zahlen – auf die gefühlte Geschwindigkeit kommt es an. Und darum geht es jetzt. Als Referenz dienen die Bildbearbeitungsprogramme, mit denen ich arbeite. Das wären Lightroom 4.4, Photoshop CS6 und Photomatix Pro 4.2.
In meinem Workflow kommt es auch mal vor, dass die drei eben erwähnten Programme gleichzeitig geöffnet sind. Das hat die alte Hardware schon mal ziemlich ausgereizt. Gerade wenn man aus Lightroom ein paar Bilder an Photoshop übergibt, z.B. um ein Panorama zu erstellen, braucht es viel Leistung. Vor allem der Speicher war schnell zu voll, sodass Photoshop zum Teil die Arbeit eingestellt hat.
Mit nun 16 GB RAM bin ich da hoffentlich erst einmal auf der sicheren Seite. Bisher jedenfalls habe ich keine Meldung bekommen, dass mein Speicher voll sei.
Aber auch das Arbeiten an sich fühlt sich zum großen Teil wesentlich schneller an. Ich habe keine genauen Zeitmessungen durchgeführt, jedoch hat das Erstellen eines Panoramas aus vier 16bit TIFFs bisher deutlich über eine Minute gedauert, bis Photoshop alle Bilder geöffnet, gerendert und zusammengefügt hatte. Nun sind es gerade mal 30 Sekunden.
Lightroom rendert die Vorschaubilder standardmäßig nur minimal, sodass beim reinzoomen immer temporär nachgerendert wird. Da man in Lightroom nicht-destruktiv arbeitet, werden beim Öffnen eines Bildes die bereits vorgenommenen Änderungen jedesmal wieder angewendet – es werden also die Algorithmen berechtet, was je nach Menge der Anpassungen dauern kann. Auch da musste ich bisher bei einigen Bilder bis zu mehreren Sekunden warten. Nun geht sowohl das Nachrendern der Vorschauen sowie das Berechnen der Algorithmen nahezu unverzüglich und ist mit kaum Verzögerung verbunden.
Das Zusammenfügen eines HDR-Bildes in Photomatix mit automatischer Ausrichtung der Bilder, Rauschreduzierung, Entfernen chromatischer Aberrationen und Geisterbildern hat sich auch stark beschleunigt. Musste ich bisher rund eine Minute warten, bis Photomatix bereit für Anpassungen war, sind es jetzt nur noch 30 Sekunden. Zumeist mache ich Rauschreduzierung und dergleichen aber schon in Lightroom, sodass ich diese Optionen in Photomatix deaktivieren kann und nur das Ausrichten und überblenden dort erledigen lasse. Das dauert nun lediglich 5 Sekunden, bisher waren es auch 20-25.
Insgesamt kann ich also schon sagen, dass mein PC durch das Upgrade deutlich schneller arbeitet und ich meinem Hobby – der Bildbearbeitung – nun entspannter und zeitsparender nachkommen kann.

Boot
Nicht kriegsentscheidend aber doch immer toll ist es, wenn der Rechner möglichst schnell hochfährt. Mein alter PC lief da mit SSD schon gar nicht schlecht und brauchte rund 30 Sekunden, bis er einsatzbereit war. Nun – auch dank des neues Boards, das seinen BIOS-POST deutlich schneller erledigt – braucht man Rechner gerade mal 20 Sekunden vom Druck auf den Power-Knopf bis er bereit ist zum Arbeiten. Das finde ich schon recht schnell. Ich habe dazu auch ein Video erstellt, das das Ganze zeigt.

Fazit
Nun ja, nach dreieinhalb Jahren habe ich es also gewagt, mein rund laufendes System zu erneuern. Und ich brauche es wohl nicht zu bereuen. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis ist der Rechner durch das Upgrade auf Haswell deutlich schneller. Was ja zu erwarten war, aber dennoch gibt das ein gutes Gefühl. Nach wie vor kann ich aber sagen, dass im Grunde meine alte Konfiguration mit dem Core i7 der ersten Generation heute immer noch für die alltäglichen Dinge ausreicht.

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