Archiv der Kategorie: Fotografie

Alles rund um Fotografie

Makro-Fotografie für wenig Geld (Canon)

Ich liebe Makro-Aufnahmen. Irgendwie üben sie schon immer eine Faszination bei mir aus. Wenn ich solche Nahaufnahmen von Insekten sehe, wo jedes Haar oder jede Facette erkennbar ist, dann denke ich mir: Wow, sowas würde ich auch gerne mal machen!

Das Problem ist, dass gute Makro-Objektive recht teuer sind. Zwar bekommt man schon Linsen mit Makro im Namen für 400-500 € (ich rede jetzt aus Canon-Perspektive, da ich mit Canon fotografiere), aber auch das ist für den reinen Hobbyfotografen, der mit seinen Bildern kein Geld verdient und womöglich auch nur hin und wieder mal Makros machen will, verhältnismäßig viel Geld. Natürlich kann man mit Makro-Objektiven auch „normale“ Bilder machen, aber trotzdem: Für alle andere Art von Bildern hat man in der Regel bereits andere Objektive. So ein Makro-Objektiv wäre also schon eine zusätzliche Investition, die nicht jeder machen kann oder will.

Zufällig bin ich vor ein paar Wochen bei YouTube auf den „Makro Hack“ gestoßen. Oft wird hier das Canon EF 35-80 mm genommen, aber es funktioniert wohl auch das 28-80 mm. Man muss von diesem Objektiv lediglich das vordere Element (die „Frontscheibe“) entfernen und schon hat man ein Makro-Objektiv! Und das Canon 35-80 mm bekommt man gebraucht bei ebay bereits für um die 20 €. Ich habe es mir ebenfalls dort gekauft.

Hier in diesem Video wird das gut dargestellt. Da es verschiedene Revisionen des Objektivs gibt, kann es sich leicht unterscheiden, wie sich das vordere Glas entfernen lässt. Aber bei allen Varianten sollte das kein Problem sein.

Hier mal zwei Beispielfotos:

Makroaufnahme Hummel
Makroaufnahme Hummel
Makroaufnahme Spinne
Makroaufnahme Spinne

Natürlich ist dieser Makro Hack nicht mit richtigen Makro-Objektiven vergleichbar. Weder im Komfort noch in der Bildqualität.

Ich habe keine Erfahrung mit Makro-Objektiven, daher kann ich keinen Vergleich ziehen, aber man muss mit dem umgebauten Objektiv wirklich sehr nah an das Objekt rangehen. Da der Schärfebereich nur sehr gering ist, ist das eine ziemliche Spielerei, wenn man die Kamera auf dem Stativ millimeterweise navigieren muss. Das bedeutet auch, dass es im Grunde nur mit unbeweglichen Objekten klappt.
Weil man wirklich sehr nah ans Objekt heran muss, bekommt man auch nur recht kleine Motive komplett aufs Bild.

Wie bereits gesagt, ist der Schärfebereich sehr klein. Beim ersten Bild von der Hummel kann man das gut sehen.
Beim zweiten Bild mit der Spinne ist der Schärfebereich scheinbar größer, was aber nur daran liegt, dass ich einige Bilder gemacht habe, bei denen der Fokus jedesmal leicht verändert wurde. Photoshop hat mir die Bilder dann zu einem einzigen möglichst scharfen Bild zusammengerechnet – Stichwort „Focus stacking“.

Auch die Bildqualität ist natürlich nicht optimal, da es sich auch um ein billiges Zoom-Objektiv handelt. Die Bilder zumindest mit meinem Exemplar sind ziemlich flau, sodass man in der Bildbearbeitung den Kontrast stark erhöhen muss. Was natürlich mit wenig Aufwand möglich ist.

Aufgrund dieser Nachteile ist dieser „Makro Hack“ keinesfalls für gehobene Ansprüche gedacht. Man muss sich etwas Zeit nehmen und man braucht auch mehrere Aufnahmen, bis man eines hat, das perfekt fokussiert ist. Und es eignet sich eben nur für ruhende Objekte.

Aber hey, dafür kostet diese „Lösung“ nur sehr wenig Geld. Wenn man nur ein paar Makros machen will und einfach Freude am Experimentieren hat, ist das durchaus eine interessante Alternative. Auch wenn ich wohl eher selten Makroaufnahmen machen werde, bereue ich die 20 € nicht, die ich für das Objektiv ausgegeben habe, keinesfalls.

Und ich für meinen Teil finde die bisherigen Bilder super! Auch wenn das jetzt irgendwie nach Eigenlob klingt … 🙂

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Lightroom: Smart-Sammlung mit Virtuellen Kopien

Eine tolle Funktion in Lightroom sind Sammlungen, mit denen man Bilder nach Belieben gruppieren kann, ohne dafür die Bilddatei an sich verschieben oder kopieren zu müssen. Will man zum Beispiel Bilder aus verschiedenen Ordnern bei einem Bilderdienst bestellen, so kann man diese Bilder zunächst einmal einfach in eine Sammlung zusammenfassen und von dort dann gegebenenfalls noch bearbeiten oder mit bestimmten Einstellungen exportieren.

Insbesondere die Smart-Sammlungen sind eine mächtige Funktion. Damit lassen sich Bilder nach bestimmten definierbaren Kriterien automatisch in eine bestimmte Sammlung packen. Diese Smart-Sammlungen sind dabei dynamisch und neue Bilder, die diesen Kriterien entsprechen, werden immer sofort automatisch dieser Sammlung hinzugefügt.
Zum Beispiel habe ich Smart-Sammlungen angelegt, in denen die Dateien eines bestimmten Typs gruppiert werden, also TIFFs, PSDs oder auch JPGs. Eine Erstellung derartiger Smart-Sammlungen ist recht einfach, da die Kriterien einfach ausgewählt werden können.

Wenn ich mit Bildern, die ich bereits nach meinem Geschmack entwickelt habe, ein wenig herumexperimentieren möchte, mache ich das gerne mit Virtuellen Kopien, um die „Masterdatei“ nicht mit zu vielen Bearbeitungsschritten unübersichtlich zu machen (ist vielleicht unnötig, denn das ist ja gerade ein Vorteil von Lightroom, aber mir gefällt es so besser). Wenn die Experimente abgeschlossen sind und ich zu keinem guten Ergebnis gekommen bin, lösche ich die Virtuelle Kopie wieder, was aber schnell vergessen werden kann.

Daher kam mir der Gedanke, eine Smart-Sammlung anzulegen, die eben alle Virtuelle Kopien zusammenfasst. Leider ist im Dialog zur Erstellung von Smart-Sammlungen nicht so einfach ersichtlich, wie eine derartige Sammlung zu realisieren ist. Man muss ein wenig „um die Ecke denken“. Hier die notwendigen Schritte:

Man geht in die Sammlungen und wählt dort über das +-Symbol auf Smart-Sammlung erstellen.

Neue Smart-Sammlung erstellen
Neue Smart-Sammlung erstellen

Im sich öffnenden Fenster gibt man oben den Namen der Sammlung ein. Sinnvoll ist hier ein Name wie „Virtuelle Kopien“.

Smart-Sammlung Virtuelle Kopien
Smart-Sammlung Virtuelle Kopien

Ob man die Sammlung innerhalb eines Sammlungs-Satzes platziert, ist natürlich jedem freigestellt. Wichtig sind die Einstellungen bei den Regeln. Im Dropdown-Menü des ersten Feldes geht man unter „Dateiname/Typ“ auf „Name der Kopie“.

name_kopie

Im zweiten Feld wählt man die unterste Option „ist nicht leer“ und klickt dann unten auf „Erstellen“.

nicht_leer

Schon ist die Smart-Sammlung fertig und sofern virtuelle Kopien im Katalog vorhanden sind, werden diese sofort in der Sammlung angezeigt.

Leider kann man die Virtuellen Kopien hier nicht direkt löschen, doch immerhin ist es dank dieser Sammlung nun kein Problem mehr, Virtuelle Kopien ausfindig zu machen. Will man sie löschen, so kann man mit der rechten Maustaste auf die Kopie klicken und dort im Menü weiter oben die Option „Gehe zu Ordner in Bibliothek“ wählen. Dort kann man dann löschen.

Lightroom 5.5 (CC) – auch nach Kündigung nutzbar

Mittlerweile werden alle, die in irgendeiner Form mit Adobe und deren Software zu tun haben, wissen, dass es die aktuellen professionellen Anwendungen nur noch im Creative Cloud-Abo gibt (um die Vor- und Nachteile davon soll es hier nicht gehen). Einzig Lightroom ist davon ausgenommen und immer noch als traditionelle Kaufversion zu beziehen. Zusätzlich ist Lightroom trotzdem auch Bestandteil der CC und vor allem des „Photography“-Programms – dort bekommt man Photoshop und Lightroom für hierzulande 12,29 € im Monat.

Ich persönlich finde das Photography-Abo-Modell sehr gut, habe es jedoch bisher nicht, weil ich Angst davor hatte, dass ich alle meine Entwicklungen, Tags, Markierungen etc. in Lightroom nach einer Kündigung des Abos verliere.

Dieser Sorge tritt Adobe nun entgegen. Laut Scott Kelby soll man die Abo-Version von Lightroom ab der Version 5.5 auch nutzen können, nachdem man sein Abo gekündigt hat (siehe Video). Es wird dann zwar nicht mehr voll funktionstüchtig sein – das Entwickeln- und das Karten-Modul sind nicht mehr zugänglich – doch alles andere ist weiterhin nutzbar: Man kann seine Bilder weiterhin verwalten, taggen und vor allem mit allen Entwicklungseinstellungen exportieren. Auch das Druck- und das Buch-Modul werden weiterhin verfügbar sein. Und da es im Bibliotheksmodul die Ad-hoc-Bearbeitung gibt, kann man auch weiterhin noch kleine Bearbeitungen an den Bildern durchführen. Auch die Presets lassen sich dort auf die Bilder anwenden.

Im Grunde ist das eine notwendige Sache. Aber man weiß auch, dass sich viele Firmen auch vor Notwendigkeiten drücken. Daher finde ich es toll, dass Adobe diesen Schritt geht. Und ich behaupte mal, dass sich dadurch noch mehr Leute für das Photography-Abo entscheiden – vielleicht demnächst auch ich …

High-ISO-Fotografie

Hier mal ein paar Gedanken von mir zum Thema High-ISO-Fotografie.

Wie ihr als meine Leser wisst, beschäftige ich mich hobbymäßig mit der Fotografie. Und weil ich gleichzeitig auch als Perfektionist gelte, der mit sich selbst und seinen Werken selten zufrieden ist, habe ich bisher immer versucht, die ISO-Einstellung der Kamera so gering wie möglich zu halten, um Rauschen zu vermeiden. Gerade was das betrifft, bin ich super empfindlich und schnell von meiner Kamera enttäuscht. Mir fällt Rauschen sehr schnell auf.

Grundsätzlich ist es natürlich schon richtig, darauf zu achten, dass die ISO gering ist, aber bei mir ging das soweit, dass ich erst gar nicht fotografiert habe, sobald ISO 800 oder zur Not 1.600 nicht mehr ausreichend war. Denn die Bilder sind ja nachher ohnehin kaum brauchbar, weil eben so verrauscht. Ist ja schließlich kein Vollformat-Sensor.

Als wir vor zwei Monaten in Israel im Urlaub waren, bin ich zumindest ein paar Mal über meinen Schatten gesprungen und habe mich etwas öfter getraut, bei schlechten Lichtverhältnissen zu fotografieren. Ein bisschen Angst vor der Schwäche der Kamera war schon vorhanden, aber die musste ich schließlich auch mal überwinden. Und außerdem wollte ich einfach einige Dinge festhalten, die eben nicht hell erleuchtet waren. So kamen doch einige Bilder mit ISO 1.600, ISO 3.200 und sogar ISO 6.400 zusammen.

Zuhause, als die RAW-Bilder dann in Lightroom importiert waren, wurde es spannend. Und ich war selbst etwas überrascht. Natürlich weisen die Bilder zum Teil starkes Rauschen auf. Vieles wird von mir aber einfach übertrieben wahrgenommen, weil die Betrachtung am Bildschirm dazu verleitet, in das Bild hereinzuzoomen. Im Grunde sahen die aber weit weniger schlimm aus als befürchtet. Und da ich einige von den Bildern aufgrund der Motive dann doch mit ins Fotobuch packen wollte, habe ich die ganz normal in Lightroom bearbeitet und gegebenenfalls etwas mehr Rauschunterdrückung angewendet.

Und was soll ich sagen? Im Fotobuch, also ausbelichtet „auf Papier“ ist das Rauschen kaum bis gar nicht wahrnehmbar, wirkt auf jeden Fall überhaupt nicht störend. Dabei musste ich an Scott Kelby denken, der mal bei einer Ausgabe von „The Grid“ gesagt hat, dass er selbst nie Rauschreduzierung macht, weil 99 % der Bilder ohnehin nicht mehr als Webgröße haben oder aber kleine Fotoabzüge sind, wo das Rauschen überhaupt nicht sichtbar ist. Damals dachte ich, er sagt nicht ganz die Wahrheit, das Rauschen stört doch ungemein – nun, ich habe mich geirrt. In der Praxis ist Rauschen wirklich nicht so schlimm wie ich mir bisher eingeredet habe.

Hier mal zwei Beispiele von Bildern meiner Kamera mit ISO 6.400, es handelt sich um die RAW-Datei ohne jegliche Rauschreduzierung.

IMG_6762

Beispiel ISO 6.400
Beispiele für Bilder mit ISO 6.400. Natürlich ist Rauschen sichtbar, gerade bei großen einfarbigen Flächen, aber vollkommen im Rahmen.

Auf jeden Fall werde ich nun etwas weniger Scheu davor haben, bei ungünstigen Lichtverhältnissen zu fotografieren und die ISO hochzustellen. Natürlich hat man da gewisse Abstriche in der Fotoqualität, aber es hält sich dann doch selbst bei meiner APS-C-Kamera im Rahmen. Und dass man wirklich mal ISO 6.400 braucht, ist auch eher selten.

Ich würde sagen: High-ISO-Fotografie ist – auch mit APS-C-Sensoren – besser als ihr Ruf. Lektion gelernt. 🙂

Lightroom 5 lernen – Tutorials

Seit ich mich ernsthaft und intensiver mit der Fotografie und dem entsprechenden Post-Processing beschäftige, arbeite ich mit Lightroom.

Aufgrund diverser Empfehlungen, die man im Internet findet, habe ich mich dafür entschieden. Die ersten Wochen oder sogar Monate nach dem Kauf habe ich Lightroom aber kaum bis gar nicht genutzt, weil ich damit nicht wirklich zurechtgekommen bin. Ich habe teilweise nicht verstanden, was einzelne Regler und Funktionen wirklich bewirken. Dann hat mich ein Freund auf YouTube und einen bestimmten Kanal verwiesen, wo ein erfolgreicher Fotograf regelmäßig Tutorials zum Thema Lightroom zur Verfügung stellt. Erst da bin ich auf die Idee gekommen, mir generell Hilfe in Videoform zu suchen. Neben den kostenlosen Videos habe ich sogar teilweise Tutorials gekauft, um noch mehr zu lernen. Diese Videos waren zu 99 % in Englisch, was für mich aber kein Problem darstellt.

Das Ganze hat mich so weit forangebracht, dass ich richtig Spaß mit dem Umgang mit Lightroom bekommen habe und erst richtig gemerkt habe, wie mächtig Lightroom eigentlich ist – aus „Naja-Bildern“ können innerhalb weniger Minuten sehr schöne Aufnahmen werden.

Deswegen habe ich angefangen, Lightroom vor anderen Leuten zu empfehlen. Leider kommen nicht alle mit der englischen Sprache so gut zurecht wie ich, daher konnten die mit den Tutorials nicht viel anfangen. Und da es meiner Meinung nach wenig gute deutsche Videos zu Lightroom auf YouTube gibt, habe ich mich entschlossen, selbst welche zu machen.

In Deutsch sind die – dafür kann ich garantieren. Ob sie auch gut sind – nun, das müsst ihr selbst entscheiden. 🙂
In den Videos arbeite ich mit Lightroom 5, aber bis auf ein paar Ausnahmen ist alles genau so auch in Version 4 machbar.

Natürlich bin ich kein Profi, sondern nur ein Hobbyfotograf, der zudem noch recht wenig Erfahrung hat. Aber mit Lightroom umgehen, kann ich mittlerweile einigermaßen.

Ich hoffe, ihr schaut mal in meine Videos und könnt dort auch etwas entnehmen!

Hier der Link zu meiner Playlist.
Lightroom 5 lernen – Playlist

Es kommen laufend neue Videos hinzu – solange ich Spaß daran habe. 🙂

Fotografieren? – Nicht gut für die Erinnerung!

Einen kleinen Versuch mit 28 Personen durchführen und das Ganze dann eine „Studie“ nennen?! In meinen Augen lächerlich! Denn repräsentativ ist das auf keinen Fall!

Dennoch ist das Thema interessant und es liegt nahe, dass das Ergebnis tatsächlich die Wahrheit wiederspiegelt.

Durch die in Smartphones und Handys integrierten Kameras ist es heute jedem möglich, überall Fotos zu machen und so Erinnerungen festzuhalten.  Dadurch hat man Dinge zwar dauerhaft digital (oder später als Druck auf Papier) parat, aber man erinnert sich offenbar weitaus schlechter an das, was man gesehen hat. Für unser Gedächtnis ist es demnach nicht förderlich, wenn wir Dinge fotografieren.

Zu dieser Erkenntnis ist man an der Uni von Connecticut in eben der oben erwähnten „Studie“ mit 28 Teilnehmer gekommen. Die Probanden mussten sich im Universitätsmuseum 30 verschiedene Exponate ansehen. Die ersten 15 durften sie nur betrachten, die letzten 15 mussten sie zusätzlich fotografieren.
Am Tag danach wurden die Versuchspersonen nach dem Gesehenen befragt. Die ersten 15 Objekte, die „nur“ betrachtet worden waren, waren noch recht gut in Erinnerung; sich an die abgelichteten Objekte zu erinnern, stellte allerdings eine Schwierigkeit dar.

Als Fazit hält die Forscherin fest, dass Leute, die auf Technologie setzen, um Erinnerungen festzuhalten, die Aufmerksamkeit während des Geschehens vernachlässigen. Nach dem Motto: „Ich habs ja in der Kamera, warum sollte ich es mir noch zusätzlich merken.“

Wie gesagt, die „Studie“ an sich finde ich etwas lächerlich, das Ergebnis erscheint mir aber schlüssig. Denn mit Terminen verhält es sich ja ähnlich: Smartphones besitzen auch alle einen Kalender, in dem sämtliche Termin gespeichert werden können. Die Nutzer werden rechtzeitig vom Gerät erinnert. Auch das führt dazu, dass man sich auf das Handy verlässt und die Termine zu schnell aus dem Gedächtnis streicht.

Tja, was das Fotografieren betrifft, werde ich wohl damit leben müssen – und mich bemühen, trotzdem immer aufmerksam zu sein. Die Kalenderfunktion meines Smartphones nutze ich eher selten – Termine habe ich daher immer recht gut im Gedächtnis.

Quelle

PC-Upgrade – ein paar Worte

Einleitung
Nach etwa dreieinhalb Jahren ist es soweit – ich habe meinem PC (ja, ich gehöre noch zu den Leuten, die einen echten PC zuhause haben und nutzen) ein Upgrade verpasst.
Nun ist es nicht so, dass ich mit meiner bisherigen Hardware unzufrieden war, obwohl sie schon länger nicht mehr aktuell ist, aber auf mein verändertes Nutzungsverhalten musste nun auch entsprechende Hardware her. In beschäftige mich seit einigen Monaten intensiv mit dem Thema Bildbearbeitung und da merkt man doch hier und da bei der Arbeit mit Photoshop und Lightroom, dass die Hardware die Arbeit doch ein wenig verlangsamt und dadurch den Spaß trübt. So dauerte das Anwenden bestimmter Filter schon mal recht lange.
Wie gesagt hatte ich bis jetzt immer das Gefühl, einen guten und schnellen PC zu haben, doch trotzdem wurde der Wunsch nach besserer Hardware immer stärker; als ich dann quasi sofort einen Käufer meiner bisherigen Hardware gefunden hatte, war die Entscheidung schnell gefällt.
Da ich für Bildbearbeitung keine neue High-End-Grafikkarte benötige, habe ich meine „alte“ Gainward GTX570 Phantom behalten und nur die Kernkomponenten CPU, Board und Speicher getauscht. Und da mein altes Netzteil nicht mit den neuen Stromspartechniken der Haswell-CPUs klarkommt, habe ich auch ein neues Netzteil besorgt. Das hatte ich aber ohnehin schon länger vor.

Die Hardware
Folgende Upgrades wurden durchgeführt:
CPU:               Intel Core i7 860 → Intel Core i7 4770 (Haswell)
Board:           ASUS P7P55D-E → Gigabyte GA-H87-HD3
RAM:             Kingston HyperX blu 8 GB → Kingston HyperX blu 16 GB
Netzteil:       be quiet Pure Power L7 530 W → Enermax Revolution87+ 550 W

Übernommene Komponenten des bisherigen Systems:
SSD:              Samsung 830 Series 128 GB
HDD:            Seagate Barracuda 750 GB
Grafik:          Gainward GTX 570 Phantom
Kühler:         Scythe Mugen 3
Gehäuse:      Cooler Master CM690

Die neuen Sachen!
Die neuen Sachen!

Benchmarks
Benchmarks sind nur Zahlen, die für die gefühlte Performance keine Rolle spielen, dennoch geben sie theoretischen Aufschluss über die Leistungsfähigkeit der Hardware und über Unterschiede zwischen verschiedener Hardware. Daher habe ich sowohl auf dem alten System als auch auf dem neuen verschiedene Benchmarks laufen lassen, um vergleichen zu können, wie viel besser die neue Hardware in der Theorie ist.
Zuvor sei gesagt, dass die Punktzahl bei 3DMark und PCMark auch die Leistung der Grafikkarte beinhaltet. Und da die sich nicht verändert hat, lässt sich daraus nicht wirklich errechnen, um viel Prozent die neue CPU schneller ist. Insofern lässt sich daraus kein echter Vergleich herstellen, dennoch ist es ein guter Überblick über die Gesamtperformance des Systems.

3DMark

3DMark - Alter PC
3DMark – Alter PC
3DMark - Neuer PC
3DMark – Neuer PC

Wie man sieht, schneidet der neue Rechner in allen drei Tests besser ab als der alte. Allerdings gibt es Unterschiede im Abstand. Während es im „Ice Storm“-Test knapp 40 % mehr Punkte gibt, sind es im grafiklastigen „Fire Strike“ „nur“ 10 %. Wie bereits erwähnt, liegt das daran, dass die Grafikkarte nicht ersetzt wurde.

PCMark 7

PCMark7 - Alter PC
PCMark 7 – Alter PC
PCMark7 - Neuer PC
PCMark 7 – Neuer PC

Auch bei PCMark 7 wird das ganze System samt der Grafikleistung getestet, allerdings ist die Anforderung an die Grafikkarte nicht so hoch. Und das zeigt sich prompt wieder in nackten Zahlen, denn auch hier gibt es einen Leistungszuwachs von ca. 35 %.

Cinebench

Cinebench - Alter PC
Cinebench – Alter PC
Cinebench - Neuer PC
Cinebench – Neuer PC

Cinebench bietet die Möglichkeit, die reine CPU-Leistung zu testen. Und dort kann der neue Prozessor natürlich zeigen, was in ihm steckt. Da hier die Grafikkarte keinen Einfluss mehr hat, kommen auch gleich andere Zahlen zum Vorschein. Im Multicore-Test kommt der alte PC auf 460 Punkte, während die neue Hardware 755 Punkte schafft – ein Leistungssprung von knapp 65 %. Im Test mit nur einem Kern fällt es nicht ganz so deutlich aus, aber auch dort sind es immerhin knapp 52 % – mit Punkten von 102 zu 155.

Nimmt man also die reine CPU-Leistung – auf die es mir bei meinem Upgrade ja auch in erster Linie ankam – so bringt mir das Upgrade einen theoretischen Leistungszuwachs von über 60 %. Ich denke, damit kann man sagen, dass es sich gelohnt hat, oder?

Praxis
Doch was bringen einem diese Zahlen – auf die gefühlte Geschwindigkeit kommt es an. Und darum geht es jetzt. Als Referenz dienen die Bildbearbeitungsprogramme, mit denen ich arbeite. Das wären Lightroom 4.4, Photoshop CS6 und Photomatix Pro 4.2.
In meinem Workflow kommt es auch mal vor, dass die drei eben erwähnten Programme gleichzeitig geöffnet sind. Das hat die alte Hardware schon mal ziemlich ausgereizt. Gerade wenn man aus Lightroom ein paar Bilder an Photoshop übergibt, z.B. um ein Panorama zu erstellen, braucht es viel Leistung. Vor allem der Speicher war schnell zu voll, sodass Photoshop zum Teil die Arbeit eingestellt hat.
Mit nun 16 GB RAM bin ich da hoffentlich erst einmal auf der sicheren Seite. Bisher jedenfalls habe ich keine Meldung bekommen, dass mein Speicher voll sei.
Aber auch das Arbeiten an sich fühlt sich zum großen Teil wesentlich schneller an. Ich habe keine genauen Zeitmessungen durchgeführt, jedoch hat das Erstellen eines Panoramas aus vier 16bit TIFFs bisher deutlich über eine Minute gedauert, bis Photoshop alle Bilder geöffnet, gerendert und zusammengefügt hatte. Nun sind es gerade mal 30 Sekunden.
Lightroom rendert die Vorschaubilder standardmäßig nur minimal, sodass beim reinzoomen immer temporär nachgerendert wird. Da man in Lightroom nicht-destruktiv arbeitet, werden beim Öffnen eines Bildes die bereits vorgenommenen Änderungen jedesmal wieder angewendet – es werden also die Algorithmen berechtet, was je nach Menge der Anpassungen dauern kann. Auch da musste ich bisher bei einigen Bilder bis zu mehreren Sekunden warten. Nun geht sowohl das Nachrendern der Vorschauen sowie das Berechnen der Algorithmen nahezu unverzüglich und ist mit kaum Verzögerung verbunden.
Das Zusammenfügen eines HDR-Bildes in Photomatix mit automatischer Ausrichtung der Bilder, Rauschreduzierung, Entfernen chromatischer Aberrationen und Geisterbildern hat sich auch stark beschleunigt. Musste ich bisher rund eine Minute warten, bis Photomatix bereit für Anpassungen war, sind es jetzt nur noch 30 Sekunden. Zumeist mache ich Rauschreduzierung und dergleichen aber schon in Lightroom, sodass ich diese Optionen in Photomatix deaktivieren kann und nur das Ausrichten und überblenden dort erledigen lasse. Das dauert nun lediglich 5 Sekunden, bisher waren es auch 20-25.
Insgesamt kann ich also schon sagen, dass mein PC durch das Upgrade deutlich schneller arbeitet und ich meinem Hobby – der Bildbearbeitung – nun entspannter und zeitsparender nachkommen kann.

Boot
Nicht kriegsentscheidend aber doch immer toll ist es, wenn der Rechner möglichst schnell hochfährt. Mein alter PC lief da mit SSD schon gar nicht schlecht und brauchte rund 30 Sekunden, bis er einsatzbereit war. Nun – auch dank des neues Boards, das seinen BIOS-POST deutlich schneller erledigt – braucht man Rechner gerade mal 20 Sekunden vom Druck auf den Power-Knopf bis er bereit ist zum Arbeiten. Das finde ich schon recht schnell. Ich habe dazu auch ein Video erstellt, das das Ganze zeigt.

Fazit
Nun ja, nach dreieinhalb Jahren habe ich es also gewagt, mein rund laufendes System zu erneuern. Und ich brauche es wohl nicht zu bereuen. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis ist der Rechner durch das Upgrade auf Haswell deutlich schneller. Was ja zu erwarten war, aber dennoch gibt das ein gutes Gefühl. Nach wie vor kann ich aber sagen, dass im Grunde meine alte Konfiguration mit dem Core i7 der ersten Generation heute immer noch für die alltäglichen Dinge ausreicht.