Wahlhelfer 2014 – Meine Highlights

Ein Nebeneffekt der Arbeit im Öffentlichen Dienst ist wohl, dass man gerne als Wahlhelfer genommen wird. Zumindest ist das bei uns so – ich muss fast immer ran.

So auch gestern. Bei uns wurden gleich vier Wahlen gleichzeitig durchgeführt. Das Auszählen hat also länger gedauert als sonst, allerdings auch nicht so lange wie befürchtet. Gegen 20:30 Uhr waren wir fertig. Und hey, immerhin gab es 40 €. Jetzt bleibt abzuwarten, ob es zu einer Stichwahl bei uns kommt, falls ja, muss ich in drei Wochen wieder los.

Auch wenn so ein Wahltag im Wahlvorstand letztendlich ziemlich unspektakulär ist, so gab es gestern doch vier – ich nenne es mal – Highlights. Sowohl zum Lachen als auch zum Kopfschütteln.

Kopfschüttel-Highlight
Ein Ehepaar mittleren Alters kam gerade zu einem ungünstigen Zeitpunkt, als ausnahmsweise mal etwas mehr los war in unserem Wahllokal. Beide Wahlkabinen waren besetzt. Da forderten sie Kugelschreiber von uns und wollten ihre Stimmzettel einfach öffentlich im Raum ausfüllen. Das haben wir nicht erlaubt und darauf verwiesen, dass es in der Wahlkabine geschehen muss. Daraufhin zischten die nur „na dann eben nicht“ und haben uns ihre Wahlzettel um die Ohren gepfeffert. Leute gibts …

Kleines Kopfschüttel-Highlight
Ein junger Mann ging in die Wahlkabine und fragte uns kurz darauf, ob wir nicht einen Kugelschreiber für ihn hätten. Wir meinten, es wäre doch ein Bleistift dort. Er wollte aber doch zwingend einen Kugelschreiber haben, denn den könnten wir ja nicht wegradieren. Dass der Bleistift dort ein spezieller und dokumentenechter Bleistift war, hat ihn weder interessiert noch überzeugt. Und daran, dass wir überhaupt kein Interesse, Lust und Zeit dafür hatten, Stimmen zu fälschen, hat er wohl auch nicht gedacht …

Lacher-Highlight
Ein Ehepaar kam mit der Tochter und der Vater meinte ganz stolz, dass diese nun zum ersten Mal wählen dürfe. Nachdem sie ihre Stimmzettel ausgefüllt hatten, kramte der Vater mit den Zetteln in der Hand in seiner Tasche herum und holte sein Handy heraus. Wir schauten uns schon fragend an. Dann bat er seine Tochter, sich mit den Stimmzetteln an die Wahlurne zu stellen und er machte ein paar Fotos, während sie die Zettel durch den Schlitz gleiten ließ. Wirkte auf uns schon ein wenig albern, aber was soll’s. Die Leute hatten einen Migrationshintergrund – wer weiß, vielleicht ist Wählen für die noch etwas Besonderes …

Nachdenk-Highlight
Die Wahlbeteiligung ist zwar wohl leicht gestiegen, mit 48 % aber in meinen Augen immer noch miserabel.
Gegen 11 Uhr war ein älterer Herr zur Wahl da und fragte mich nach der Wahlbeteiligung. Zu dem Zeitpunkt waren ca. 110 Leute wählen gewesen, was knapp unter 10 % waren. Er meinte, es sei wirklich traurig. Früher habe man dafür gekämpft, endlich frei wählen und mitentscheiden zu dürfen und heute werde das Recht so verschmäht. Die Leute wüssten einfach nicht, welch ein Vorrecht sie hier haben bzw. würden es nicht schätzen. Nun ja, ich konnte ihm nicht widersprechen. Ich finde es auch unverantwortlich, nicht wählen zu gehen, weil man eben mal keine Lust hat oder „keine Ahnung hat, wen man wählen soll“.

Also, wie ihr seht habe ich nichts Besonderes erlebt bei der Wahl – war ja auch nicht zu erwarten – aber ein paar Gedanken wollte ich dann doch festhalten.

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