Apple, ein Seitensprung – Teil 3, das iPad Air und wie ich damit klarkomme

Nun haben wir es also seit einigen Wochen – das iPad Air. Ich habe bereits beschrieben, warum ich als eingefleischter Windows- und Android-Nutzer mich beim Tablet gerade für das iPad Air aus dem Hause Apple entschieden habe – obwohl ich durchaus meine Bedenken hatte und auch nicht alles toll finde, was Apple so macht. Und warum es ein Abenteuer für mich ist. Den Bestellvorgang habe ich ebenfalls schon in höchsten Tönen gelobt. Jetzt will ich also ein paar Gedanken zum iPad Air schreiben, und wie ich und meine Frau so damit zurechtkommen. Erwartet keinen Test, denn davon gibt es bereits sehr viele von Leuten, die so etwas besser können als ich und mehr Erfahrung auch mit anderen Vergleichsgeräten haben. Für uns ist es das erste Tablet.

iPad Air
iPad Air

Wie in Teil 1 angedeutet, habe ich bisher bewusst Produkte aus dem Hause Apple gemieden. Nicht, weil ich per sé etwas gegen Apple habe oder deren Produkte nicht gut finde. Nein, zum einen, weil ich nicht hinter Apples Firmenpolitik stehe (was ich aber nicht weiter thematisieren will), zum anderen aber auch, weil Apple die Nutzer massiv einschränkt und einem das eigene Ökosystem aufzwingt. Alles natürlich nur zur eigenen Sicherheit. Blabla, ich kann auf mich selbst aufpassen!

Bei Android lassen sich Daten ganz einfach aufs mobile Gerät kopieren. Einfach anschließen und das Gerät wird als Laufwerk erkannt. Drag&Drop, fertig. Gilt für alles, Musik, Bilder, PDFs, Videos.
Unter iOS benötigt man zwingend iTunes. Für alles. Und Videos werden beim Sync dann auch noch konvertiert. Das dauert. Nichts mit mal einfach schnell ein paar Videos aufs iPad kopieren. Gut, iCloud ist auch eine Möglichkeit zum syncen, aber höchstens für kleine Dateien.

Google mag eine bestimmte App nicht und verbannt sie aus dem Play Store? Wayne, einfach apk herunterladen und App selbst manuell installieren. Ohne root, ganz einfach so. Oder einen der vielen weiteren Stores nutzen, wie z.B. Amazon.
Apple mag eine bestimmte App nicht und verbannt sie aus dem App Store? Ätsch! Pech gehabt! Wenn man nicht bereit ist, sein Gerät zu jailbreaken, dann muss man eben auf die App verzichten. Ist natürlich nur zu unserem Besten. Ja ne, is klar!

Aber hoppla, ich schweife ab. Was ich damit nur sagen wollte: Ich hatte meine Bedenken, dass ich, der ich die Freiheit von Google (Android) und Microsoft (Windows) gewöhnt bin, mit der Gefangenschaft in Apples Fängen nicht würde umgehen können. Und damit zurück zum iPad Air.

Zum Gerät an sich gibt’s nichts Neues zu sagen. Die Verarbeitung ist wirklich top, lediglich der Homebutton schließt in meinem Fall nicht 100%ig mit dem Rest des Gehäuses ab. Fährt man mit dem Finger drüber, spürt man eine leichte Kante. Ich weiß nicht, ob das ein Fehler ist oder dort gewisse Toleranz eingeplant werden muss. Auf jeden Fall stört es nicht und auch der Funktion tut es keinen Abbruch. Das hintere Aluminium-Gehäuse fühlt sich toll an, manchmal macht es sogar Spaß, das Gerät einfach nur mal in die Hand zu nehmen (oh Mann, wie peinlich klingt das denn …).
Das Display ist gigantisch! Die Farben sind super, das Betrachten von Bildern macht riesigen Spaß. Auch das Problem mit dem Gelbstich, das viele Nutzer melden, scheint dieses Gerät nicht zu haben. Der Touchscreen reagiert sehr gut, die Helligkeit überzeugt!
Leider befinden sich beide Lautsprecher an einer Seite, daher hat man kein Stereo, aber ansonsten kann man sich über den Klang nicht beschweren. Musik klingt verhältnismäßig gut und satt und auch die Lautstärke ist meines Erachtens hoch!
Gewicht. Kann man bei 469 g von Gewicht sprechen? Klar, man merkt, dass man etwas in der Hand hält, aber das iPad ist echt federleicht und lässt sich auch über einen längeren Zeitraum ohne Beschwerden in der Hand halten. Top!
Die Kamera zu beurteilen fällt mir schwer. Ich bin DSLR-Hobbyfotograf und sehr anspruchsvoll beim Thema Bildqualität. Kann sein, dass das iPad draußen bei gutem Licht einigermaßen gute Ergebnisse liefert. Meine Tests in den Räumen an Weihnachten waren einfach grottenschlecht! Die Kamera macht keinen Spaß! Aber das muss sie auch nicht, ich finde Fotografieren mit einem Tablet ohnehin albern und würde es nie machen. Von daher ist es mir egal, wie die Kamera so ist.
Die Performance. Hm. Ich habe wie gesagt noch keine Erfahrung mit anderen iOS-Geräten, aber man sagt Apple ja nach, dass Hard- und Software perfekt miteinander harmonieren. Leider scheint das mit dem iPad Air und iOS 7 nicht immer und überall zu stimmen. Klar, der neue 64bit-Prozessor samt Co-Prozessor bietet einiges an Leistung und spielt in der obersten Liga mit, obwohl es „nur“ ein Dual-Core ist. Das meine ich nicht. Man merkt aber, dass das Gerät nur 1 GB Arbeitsspeicher hat. In meinen Augen für ein Tablet zu wenig. (Selbst mein HTC One hat 2 GB.) Es gibt Momente, in denen das iPad dann doch mal stockt oder hakelt. Nein, es ist nicht dramatisch, und man kann damit leben, aber es ist eben nicht das, was ich von der Perfektion Apples erwartet habe. Dort soll doch immer alles so smooth laufen. Bleibt zu hoffen, dass iOS 7 dahingehend noch weiter optimiert wird.
Die Akkulaufzeit ist meines Erachtens sehr zufriedenstellend. Bei unserer Nutzung kommen wir mit einer Ladung locker auf 8-10 Stunden Aktivzeit. Allerdings spielen wir keine 3D-Spiele, höchstens 2D Casual Games.

Kommen wir zur Nutzung, und zu meinen Bedenken. Was Apps angeht und Apples Restriktionen: Bislang habe ich keine App gebraucht, die es nicht im App Store gibt. Von daher kann ich da nicht groß meckern. Ich hoffe, das bleibt so. Nicht, dass Apple irgendwann auf die Idee kommt und z.B. den VLC Media Player verbannt. Denn den brauche ich.
Apps an sich sollen ja unter iOS oft schöner und besser umgesetzt sein als die Android-Pendants. Das kann ich zumindest dahingehend bestätigen, als dass alle Apps, die wir nutzen, einwandfrei funktionieren. Auch da kann ich nicht klagen. Soweit also alles gut.

Was das Kopieren von Daten auf das iPad angeht: Das wäre in der Tat etwas, was mir wesentlich mehr Schmerzen bereiten würde, da ich iTunes einfach vermeiden will. Und da kommt mir entgegen, dass ich mir unabhängig vom iPad auch gerade ein Synology NAS gekauft habe und dort nun alle meine Daten liegen habe. Und Synology bietet diverse Apps für alle Plattformen an, mit denen man auf die Daten, Filme und Musik auf der NAS zugreifen und streamen kann. Und nicht nur das – alle Dateien können auf Dateiebene vom NAS heruntergeladen werden. So wie sie sind. Ohne Konvertierung. Und ohne iTunes! Das ist super, nur leider nicht Apples Verdienst. Der Dank geht hier an Synology, denn sie machen mir das Leben leichter. Ohne das NAS wäre ich wohl nicht ganz so glücklich.

Wie kompliziert Apple sein kann, habe ich bei PDFs gemerkt. Ich wollte meine eBooks in der App iBooks öffnen und lesen. Nur wollte iBooks die Dateien, die ich von meiner NAS kopiert hatte, partout nicht finden. Ich konnte sie zwar von der NAS öffnen, aber eben nicht offline anschauen. Offenbar beachtet iBooks nur einen bestimmten Ordner. Also wollte ich die PDFs per iTunes auf das iPad kopieren. Pustekuchen, iTunes zeigte mir einfach den Punkt „Bücher“ nicht an. Ich konnte keine Bücher synchronisieren. Also habe ich einen Trick probiert (Google sei Dank): Ich habe auf dem iPad eine Mail gesucht, die ein PDF enthält und habe das PDF abgespeichert. Prompt wurde es auch in iBooks angezeigt. Dann habe ich das Gerät wieder mit iTunes verbunden und siehe da – der Punkt „Bücher“ war nun da – mit der eben gespeicherten PDF. Und ich konnte meine anderen PDFs nun aufs Gerät kopieren. Warum so kompliziert? Bei Apple soll doch alles so einfach und intuitiv gehen!?

Zwischenfazit zum Thema Daten aufs Gerät kopieren? Da, wo mir das NAS hilft und ich iTunes vermeiden kann, ist alles super. Doch sobald ich dann doch auf iTunes angewiesen bin, geht das Drama los. Ich finde es einfach kompliziert. Wenn ich googlen muss, wie genau ich denn nun bestimmte Dateien aufs Gerät bekomme, dann kann ich nicht wirklich von Nutzerfreundlichkeit sprechen …
Und nebenbei frage ich mich immer noch, wieso ich dort in der Seitenleiste immer noch nicht „Bilder“ sehe – obwohl ich bereits Bilder synchronisiert habe.

Wo sind die Einträge "Bilder" und "Musik"!?
Wo ist der Eintrag „Bilder“!?

Hat man aber alles auf dem Gerät, was man so braucht, dann macht das iPad Air nur eines: Spaß! Ob man nur kurz was im Internet nachschauen möchte, ob man einfach mal Bock auf ein kleines Spielchen zwischendurch hat, seinen Freunden ein paar Bilder zeigen möchte oder mit Spotify Musik hören – alles geht schnell und wunderbar von der Hand.

Hm, jetzt kommt es mir vor, als hätte ich viel geschrieben, aber wenig gesagt. Egal! Ist ja mein Blog. 😉
Und ihr wisst jetzt: Das iPad Air ist super, ich habe den Kauf nicht bereut. Und meine Frau ist noch glücklicher damit. Ihr Notebook wurde seitdem nicht mehr angefasst. Also alles gut. Aber daran hat auch mein NAS seinen Anteil. Ohne das wäre ich nicht so zufrieden, soviel steht fest. Und die Nutzung von iTunes ist nicht so einfach und intuitiv wie es einem immer wahrgemacht wird. Zumindest nicht für einen Apple-Neuling, der an die einfache Bedienung von Windows gewöhnt ist. 😉 Einige Dinge verstehe ich einfach nicht.

Fazit: Ich habe den Seitensprung zu Apple nicht bereut – und fühle mich dabei auch gar nicht untreu. Aber Apple ist beileibe nicht der Traum, den viele immer träumen!

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Ein Kommentar zu “Apple, ein Seitensprung – Teil 3, das iPad Air und wie ich damit klarkomme”

  1. Ein Jahr später und ich erlebe genau dasselbe. Ich googelte nach File-transfer zwischen iPad Air 2 und QNAP NAS TS-459 4* 2TB

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