Rezension: Lee Child – Outlaw

Für diese Rezension hat mir der Verlag „blanvalet“ das Buch „Outlaw“ von Lee Child zur Verfügung gestellt. Das Ganze ist über die Plattform „Blogg dein Buch“ gelaufen. Ein Dankeschön an beide an dieser Stelle.

Outlaw ist der zwölfte Band in der Reihe um den ehemaligen Militärpolizisten Jack Reacher, der nach Ende seiner Dienstzeit keinen festen Wohnsitz hat und offenbar ziellos durch die Vereinigten Staaten streift, um so seine Freiheit und Unabhängigkeit zu genießen.

Auf dieser Reise durchschreitet er die Städtchen Hope und Despair, die gegensätzlicher nicht sein könnten. In Hope wird er freundlich aufgenommen und er fühlt sich wohl dort. Als er in Despair allerdings auch nur einen Kaffee trinkt, wird er der Landstreicherei verurteilt und des Ortes verwiesen. Sollte er die Stadt – die sich als Firmenstadt erweist, in der die meisten Einwohner – erneut betreten, droht ihm Haft. Reacher, der für Gerechtigkeit und Freiheit steht, will sich das natürlich nicht bieten lassen. Da seiner Meinung nach etwas faul an der Stadt ist, ein Eindruck, der durch das Verschwinden einiger Männer bestärkt wird, nimmt er sich vor, der Sache auf den Grund zu gehen. Hilfe erfährt er – wenn anfangs auch etwas unfreiwillig – von einer Polizistin aus Hope namens Vaughan.

Ich habe das Buch bereits im April bekommen und zu lesen angefangen. Erst jetzt schreibe ich aber meine Rezension – und das hat seinen Grund. Das Buch hat mir nämlich überhaupt nicht gefallen und dementsprechend unmotiviert war ich beim Lesen.

Zum einen liegt das an der Story. Andere Jack-Reacher-Romane habe ich wirklich gerne gelesen, da sie spannend waren und einen zu fesseln wussten. Dieses Buch hier aber lässt all das vermissen. Zuerst kommt es nur äußerst schleppend in Gang, sodass man sich zwingen muss, nicht aufzugeben und weiterzulesen. Aber auch im Verlauf der Handlung wird es nur unwesentlich besser. Wirklich interessante und spannende Szenen gibt es quasi gar nicht, was auch an dem beinahe unfehlbaren Protagonisten liegt. Dazu komme ich aber später. Zwar finde ich die Story nicht vorhersehbar, das meine ich in diesem Fall aber nicht wirklich positiv. Denn das liegt einfach daran, dass die Handlung in weiten Teilen ziemlich unglaubwürdig und sehr weit hergeholt ist. Dazu kommt, dass ich auch einfach nicht wirklich daran interessiert war, zu erfahren, wohin das Ganze führt, da es schlicht und einfach an Spannung fehlt. Passend dazu ist das Ende der Story ebenfalls einfach hahnebüchen.

Weiterhin trägt der Schreibstil dazu bei, denn zu oft verliert sich der Autor in unnötige Details und Exkurse über gewissen Gegebenheiten. Grundsätzlich mag ich solche detaillierte Beschreibungen, aber man kann es auch übertreiben, vor allem, wenn es der Handlung rein gar nicht zugutekommt.

Zurück zu der Person Jack Reacher. Vielleicht ist es in anderen Büchern ähnlich, mir dann aber nicht so in dem Maße aufgefallen. Ich muss mit dem Protagonisten sympathisieren können, mit ihm mitfühlen können, ihn verstehen. Das alles bietet mir Reacher nicht. Einerseits liegt das an der großen Gewaltbereitschaft. Anscheinend ist Reacher nur auf der Suche nach Streit und packt dann allzu schnell seine Fäuste aus. So auch direkt zu Beginn, als er von vier Deputys aus Despair verwiesen wird. Die werden derart zusammengeschlagen, dass sie von Glück reden können, dass sie überhaupt noch leben, einer erleidet immerhin einen Kieferbruch, die anderen würden laut Reachers Aussage eine Woche lang brechen. Derartige Szenen und Gewaltausbrüche finden sich in späteren Szenen wieder.

Andererseits ist mir Reacher einfach „zu perfekt“. Er scheint sich mit alles und jedem bestens auszukennen, nichts kann ihn überraschen oder schocken. Und genau dort geht auch wieder Spannung verloren. Denn man weiß genau, dass Reacher gar nicht eine für ihn gefährliche Situation kommen kann, da er im Vorfeld immer genau weiß, was passieren wird (was natürlich auch genauso eintritt) und sich dementsprechend vorbereitet. Selbst ein eigentlich unüberwindbarer Zaun (den er selbst so beschreibt) stellt für ihn nicht wirklich ein Hindernis dar.

Viel mehr Worte will ich dazu gar nicht verlieren. Der Klappentext klingt zwar vielversprechend, doch die Handlung ist einfach zu absurd und lässt jegliche Spannung vermissen.

Das hat zur Folge, dass ich dem Buch wirklich nur 1 von 5 Sternen gebe.

 

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