HDD auf SSD – ein Umstieg

Ich weiß, ich bin spät – sehr spät. Obwohl alles, was mit PC-Technik zu tun hat, absolut mein Ding ist, bin ich bisher nicht auf den Zug aufgesprungen und hatte keine SSD. Da mir nun aber nach einer Neuinstallation meines Systems war, habe ich die Gelegenheit gleich mal beim Schopf ergriffen und mich zu einem „Umzug“ auf eine SSD entschieden. Irgendwann wäre dieser Schritt ohnehin fällig gewesen. Und die Preise sind ja mittlerweile ziemlich moderat geworden.

Nachdem ich mich im Forum von Computerbase ein wenig schlau gelesen und beraten lassen habe, fiel meine Wahl sehr schnell auf die „Samsung SSD 830„, und zwar auf die Variante mit 128 GB. Der Platz reicht mir als Systemplatte vollkommen aus.

Bestellt habe ich die SSD für 99 € am Freitag ca. 12:10 Uhr bei Amazon. Um 17:01 Uhr kam dann auch schon die Versandbestätigung und am Samstagmorgen konnte ich die auch schon aus meiner Packstation abholen. Das ist also schon mal super gelaufen.

Den Samstag habe ich dann also damit verbracht, die SSD zu verbauen und mein System mit Windows 7 wieder komplett einzurichten. Die SSD ist sehr gut verarbeitet und auch schick, obwohl man das natürlich nicht mehr sieht, wenn die erst verbaut ist. Die kleine Verpackung enthält lediglich die SSD, ein kleines Handbuch und eine CD, auf der sich die Handbücher in vielen Sprachen und auch die Software SSD Magician befindet. Wer zusätzlich zur SSD Zubehör zum Einbau in einen 3,5“-Schacht benötigt, muss entweder die SSD mit Upgrade Kit kaufen (Aufpreis von happigen 30 €) oder aber sich separat die notwendigen Teile besorgen.

Da mein PC schon etwas älter ist (Mai 2010), sind auf dem Board (ASUS P7P55D-E) noch keine nativen SATA3-Ports verbaut. Die beiden vorhandenen Ports sind ein Marvell-Chip, der mich leider total enttäuscht hat. Die Lese- und Schreibrate lagen mit … sehr niedrig. Woran genau das liegt, weiß ich nicht, immerhin war der Treiber aktuell. Aber wie dem auch sei, ich habe die SSD also an einen (nativen) SATA2-Port von Intel angeschlossen und die Datenraten waren so, wie es unter SATA2 eben möglich ist. Lesen und Schreiben um die 250 MB/s. Da der Start mit aktiviertem Marvell-Controller ohnehin ein paar Sekunden länger dauert, weil jedes Mal eine Initialisierung stattfindet, und da die Zugriffszeiten – auf die es bei einer SSD ja ankommt – auch unter SATA2 genauso gut sind, ist der Performance-Verlust in der Praxis nicht wirklich spürbar.

Gefühlt ist der PC durch die SSD natürlich schneller geworden. Es heißt ja, dass quasi nichts einen halbwegs aktuellen PC so sehr beschleunigt wie eine SSD. Um das Ganze aber auch in Zahlen ausdrücken zu können, habe ich einige Vergleichstests mit meinem bisherigen System mit herkömmlicher HDD gemacht.

Die Installation von Windows 7 vom USB-Stick ging schonmal sehr schnell und hat nicht einmal 8 Minuten gedauert. Die letzten Installation auf einer HDD ist schon länger her, aber ich meine, es müssten so ca. 17 min gewesen sein. Auf die SSD wird Windows also schon mal deutlich schneller installiert.

Windows-Start in Sekunden

SSD mit POST HDD mit POST SSD ohne POST HDD ohne POST
41 71 23 53

 

Start von Standard-Programmen in Sekunden
Kalt = Erstmaliger Start nach Windows-Start
Warm = Programm war schon einmal geöffnet

SSD kalt HDD kalt SSD warm HDD warm
Microsoft Word 2010 1,7 6,3 0,6 1,1
Photoshop Elements 9 5,4 9,3 2,4 2,6
Gimp 2.8 7,7 18,3 3,3 3,7
Chrome 21 1,5 5,3 0,7 0,9
Internet Explorer 9 1,6 2,3 1,3 0,9
Adobe Reader X 0,9 2,1 0,2 0,8
LibreOffice portable 18,1 33,5 11,9 6,1

 

Das Ergebnis ist weitestgehend keine Überraschung. Mit Ausnahmen (IE9 warm und LibreOffice warm) lassen sich die einzelnen Programme mit der SSD schneller starten. Auch der Windows-Start geht mit der SSD wesentlich schneller. In Prozent ausgedrückt sind die Werte teilweise sogar enorm: Windows startet fast doppelt so schnell, die Programme sogar bis zu vier Mal so schnell. Diese Zahlen belegen, dass sich der Umstieg auf die SSD auf jeden Fall gelohnt hat – wenn man die nackten Zahlen betrachtet.

Ich weiß selbst nicht, was ich erwartet habe, aber trotzdem muss ich sagen, dass ich die SSD zwar soweit toll finde und den Kauf keinesfalls bereue, aber regelrecht begeistert bin ich nicht. Vielleicht war ich zu naiv und habe mir einfach zu viel erhofft. Aber gerade beim Start von Windows hätte ich irgendwie mehr erwartet. Nach dem, was ich da teilweise gelesen habe. So nach dem Motto: Knopf drücken und Windows ist da. Die gemessene Geschwindigkeit ist natürlich deutlich höher geworden, aber so richtig fühlen kann man meines Erachtens nur in wenigen Fällen. Wann kommt es schon darauf an, ob Word in knapp 2 Sekunden oder in 6 Sekunden startet? Diese 4 Sekunden werden mir am Ende des Lebens sicher nicht fehlen.

Fazit: Ich habe vorher – ohne jemals eine getestet zu haben – immer gesagt: Eine SSD ist wohl nice-to-have, aber kein must-have. Und genau darin bin ich nun bestätigt worden. Natürlich ist das System mit der SSD schneller, vor allem, wenn man sich die nackten Zahlen anschaut. Aber so sehr fühlen, wie ich mir das erhofft hatte und wie ich nach dem Lesen zahlreicher Tests gedacht hatte, kann man das nicht. Lediglich beim Windows-Start kann man das wirklich merken. Aber ob ein Programm jetzt drei oder vier Sekunden schneller startet, macht sich in der Praxis nicht so gravierend bemerkbar. Da dieser Schritt aber ohnehin mal fällig gewesen ist und die Preise für SSDs auch nicht mehr ganz so hoch sind, bereue ich den Kauf aber natürlich trotzdem nicht und würde es wieder tun.

Nun denn, der Schritt ist vollzogen und ich hoffe, die SSD wird mir noch viel Freude bereiten. 🙂

 

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