Gimp 2.8 im Test – Der erste Eindruck

Da es nun doch schon eine vorkompilierte Version von Gimp 2.8 gibt, auf die ich durch einen Beitrag seitens Caschy aufmerksam geworden bin, schildert mein Bruder euch hiermit seine ersten Eindrücke zur neuen Version:

Einzelfenster-Modus

Der langersehnte Einzelfenster-Modus ist da! Aktiviert wird er über „Fenster > Einzelfenster Modus“, und er hält was er verpsricht. Es gibt endlich keine überlappenden Fenster mehr.

Was mich stört: Gimp merkt sich nicht, dass ich das Programm maximiert haben möchte, auch ein Erzwingen der Einstellung mit Hilfe von Windows hat nur Auswirkungen auf den Splash Screen, nicht auf Gimp selbst. Man muss also jedes Mal selbst Hand anlegen und das Programm maximieren.

Mehrere geöffnete Dateien werden auch nicht in mehreren Fenstern geöffnet, sondern finden in einem neuen Tabsystem Platz. Sehr gut gelöst, kleine Vorschau inklusive (siehe Markierung).

GEGL Glitch

Im eben genannten Screenshot sieht man auch etwas, das sehr negativ aufgefallen ist:
Das (schnelle) Herumschieben des Bildes ruft diesen hässlichen Grafik Glitch hervor, wobei der im Screenshot noch halbwegs okay ist. Herangezoomt tritt dieser Nebeneffekt der neuen Engine noch sehr viel stärker auf. Ich hoffe, das wird noch behoben.

Ebenengruppen

Ein cooles neues Feature sind auch die Ebenengruppen. Wie es schon lange in Adobe Photoshop möglich war, lassen sich jetzt auch in Gimp Ebenen gruppieren, vereinen, gemeinsam ausblenden und mehr:

Verbesserte Texteingabe

Eines der besten Features in meinen Augen: Die Texteingabe läuft jetzt nicht mehr in einem nervigen kleinen Extrafenster, sondern direkt im Bild. Fett, unterstrichen, kursiv, alles möglich.

Erweiterte Pinseloptionen

An den Pinseln hat sich auch einiges getan. Die haben einige nette Dynamik-Optionen bekommen, mit denen sich noch so einiges mehr machen lässt als mit den blanken Pinseln. Auch nützlich: Sie lassen sich jetzt auch drehen.

Neue Slider

Gimp 2.8 hat neue Slider, mit denen es sich noch besser arbeiten lässt (siehe letzten Screenshot). Je nachdem, wo man im Slider hinklickt und schiebt, verändern die sich auch unterschiedlich. Auf die Zahl klicken und den Wert manuell eingeben geht natürlich auch in 2.8. Doch ein Klick in der oberen (vertikal, also wirklich oben) Hälfte lässt den Slider zu dem gewünschten Punkt springen und hin- und herschieben. Klicken und schieben in der unteren Hälfte verleiht einem mehr Genauigkeit, da das Schieben hier nur sehr langsam möglich ist.

Exportieren / Speichern getrennt

Nie wieder: Aus Versehen im PNG gespeichert und geschlossen, sodass die letzten Änderungen nicht in der XCF-Datei gespeichert sind. DAS ist so ziemlich das Ärgerlichste, das einem passieren kann. Jetzt nicht mehr. “Speichern” speichert nun immer im XCF-Format. Um es als Bitmaps zu exportieren, muss man nun die neue Funktion “Exportieren” wählen.
Sehr cool: Gimp merkt sich das Format und den Namen, in das zuletzt exportiert wurde, und bietet einen Menüpunkt an, um es schnell zu überschreiben. So spart man sich einen Dialog.
Übrigens: Es lässt sich auch in PDF exportieren. Mein Test ergab allerdings nichts Vernünftiges. Die Hälfte fehlt, ist noch experimentell.

Käfig-Transformation – Berechnungen werden direkt angezeigt

Es gibt ein neues Werkzeug, die Käfig-Transformation. Man malt einen Käfig und kann dann Knotenpunkte bewegen um die Auswahl direkt zu verzerren. An diesem Beispiel lässt sich die neue Anzeige von Berechnungen gut darstellen. Man sieht sie jetzt als ein kleines Tortendiagramm, dass immer voller wird (im Screenshot fertig).

Und noch vieles mehr

  • Webseiten (Links) als Bitmap rendern. Funktionierte im Test sehr gut.
  • magnetische Bildkanten
  • Werkzeugkasten anpassen und Werkzeuge verstecken
  • Pixelsperre: Ebenen nach Fertigstellung sperren um ungewolltes bearbeiten zu verhindern
  • … und sicher noch mehr

Fazit

Die neuen Funktionen sind allesamt gelungen. Ganz besonders gefallen mir die Ebenengruppen und die verbesserte Texteingabe. Ersteres schafft in Kombination mit dem Einzelfenster Modus endlich ein angenehmes Nutzungserlebnis. Man ist Komfort von Gimp eigentlich nicht gewohnt, doch es ist trotzdem schön, mal welchen zu haben.

Die Trennung von Speichern und Exportieren schafft Sicherheit und es ist nun endlich so, wie es von Anfang an hätte sein sollen.

Zu Abstrichen führen der GEGL Glitch (der ist echt nervig, wenn man ins Bild gezoomt hat) und die Tatsache, dass Gimp sich einfach nicht den maximierten Modus merken will. Ich hoffe das wird schnell behoben.

 

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