Rot-Grün-Sehschwäche – Wirklich so schlimm?

Es sind zwar „nur“ 9 % aller Männer betroffen (bei den Frauen 0,8 %) – doch leider gehöre gerade ich mal wieder dazu: Ich leide an der Rot-Grün-Sehschwäche.

Da ich daraus keinen Hehl mache und dazu stehe, wenn das Gespräch mal in diese Richtung geht, ernte ich oft mitleidvolle Blicke und werde gefragt, wie das denn so ist, wenn man die Farben Rot und Grün nicht unterscheiden kann. Das sei doch gefährlich, wenn man zum Beispiel an einer Ampel steht; und es wäre doch komisch oder sogar schlimm, so zu leben etc.

Ich kann dazu nur sagen: Das ist absoluter Blödsinn. Denn wie der Name schon sagt, ist es lediglich eine Sehschwäche! Der Fachbegriff dafür ist Dyschromatopsie und wird im Volksmund zwar gerne als Farbenblindheit bezeichnet, doch ist das weit gefehlt.
Denn es bedeutet eigentlich nur, dass ich (wie alle Betroffenen) die Farben Rot und Grün nicht ganz so intensiv wahrnehme und unterscheide wie andere. Aber nicht, dass ich sie gar nicht unterscheiden kann. (Das gibt es leider auch, nennt sich aber Rot-Grün-Blindheit und kommt nur selten vor.)
Leider ist diese Sehschwäche genetisch bedingt und man wird damit geboren, kann sich also nicht schützen und sie lässt sich nicht behandeln geschweige denn kurieren.

Ich persönlich muss sagen, dass diese Farbsehschwäche mich in meinem Alltag absolut nicht beeinträchtigt. Ich kann Farben trotzdem sehr gut unterscheiden (wenn auch nicht so gut wie meine Frau, wie ich zugeben muss), und brauche mich auch bei einer Ampel nicht nur auf die Reihenfolge der Lichter zu verlassen, sondern kann auch dort die Farben bestens voneinander abgrenzen. Und das sage nicht nur ich, sondern lässt sich auch im großen weiten Internet nachlesen (wer mir nicht glauben sollte).

Das einzige, wo es auffällt, sind diese aus farblichen Punkten bestehenden Testbilder, die man zum Beispiel aus Biobüchern kennt, sogenannte „Ishihara-Farbtafeln“. Dort kann ich oft die dargestellten Zahlen nicht erkennen.

Ishihara-Farbtafel (Quelle: Wikipedia) - Rot-Grün-Sehschwache sehen hier ausschließlich eine 17, Normalsichtige erkennen auch eine 47

Nachteile für die Betroffenen sind eigentlich „nur“, dass sie für bestimmte Berufe nicht geeignet sind, da sie die Prüfung dafür nicht bestehen würden, die eben auch solche Testbilder beinhaltet. Beispiele dafür sind Pilot, Polizist oder eben der grafische Bereich.

Natürlich werden wieder genau die Leute, die ich eigentlich erreichen will, das hier nicht lesen, aber vielleicht lernen ja auch andere etwas daraus: Eine Rot-Grün-Sehschwäche ist nicht tragisch! Betroffene sind nicht farbenblind, können sehr wohl die Farben an einer Ampel unterscheiden und sind auch nicht merklich benachteiligt im Alltag!

 

(via & via)

 

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Ein Kommentar zu “Rot-Grün-Sehschwäche – Wirklich so schlimm?”

  1. Auch wenn der Beitrag schon etwas älter ist, haben sich die Leute immernoch nicht besser Informiert. Ich erlebe es leider immernoch das Leute meinen das Rot-Grün „Blinde“ (Ich gehör auch dazu) wirklich KEIN Rot und Grün unterscheiden können. Auf meiner Arbeitsstelle habe ich sehr viel mit RAL Farben zu tun und trotz meiner Rot-Grün Schwäche kann ich alle Töne unterscheiden egal ob RAL 3000 oder RAL 6000. Aber meinem Chef habe ich dennoch nicht erzählt das ich Rot-Grün „Blind“ bin, aus angst das er mich noch deswegen kündigt.

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