Ist das Galaxy Nexus wirklich noch ein Nexus? (Update)

Das Samsung Galaxy Nexus ist als das Super-Android-Smartphone momentan in aller Munde. Und wahrscheinlich auch zu recht, wie mittlerweile viele Tests bescheinigen.

Die Geräte der Nexus-Serie zeichnet aus, dass sie mit einem reinen Android daherkommen und somit alle Updates direkt von Google beziehen und auch sonst frei von Bloatware sind. Das ist auch der Grund, warum viele der eingefleischten Android-Nutzer mittlerweile zu einem Nexus greifen. Viele Hersteller und Provider sind nämlich eher langsam, was die Freigabe von Updates betrifft. Andy Rubin, quasi Chef-Entwickler von Android, definiert Nexus als „the pinnacle of what we can achieve when integrating Android onto a piece of hardware“, also als „Gipfel“, was das Zusammenspiel von Software (Android) und Hardware betrifft.

Leider scheint es bei dem neusten Gerät, dem Galaxy Nexus, anders zu sein. Denn die Geräte hier sind nicht alle gleich, obwohl der Name das impliziert.

So berichten einige davon, dass Verizons 4G LTE-Variante sowohl ein Branding als auch etwas Bloatware aufweisen.
Auch die GSM-Geräte sind betroffen. Einigen Nutzern wurde bisher nicht das Update auf ICS 4.0.1 angeboten, das ja längst bereit stehen sollte, da die Geräte direkt von Google mit Updates versorgt werden und nicht erst durch Provider und Hersteller. Es war einigen Nutzern nicht einmal möglich, das Update manuell zu installieren.
Das bedeutet, dass auch auf der GSM-Variante des Galaxy Nexus einige spezielle Konfigurationen vorgenommen wurden.

Laut Andriod-Entwickler Jean-Baptise Queru gibt es tatsächlich unterschiedliche Geräte bzw. Firmware. Die „echte“, von Google kontrollierte Firmware des Galaxy Nexus läuft unter dem Codenamen „yakju“. Daneben gibt es noch „yakjusc“ und „yakjuxw“, die in der Tat von Samsung modifiziert wurden. Er ist sich nicht einmal sicher, ob man auf die von Samsung kontrollierten Geräte die Google-Firmware flashen kann. Hier mal das Original-Zitat:

„yakjusc and yakjuxw are indeed the two Samsung-prepared builds I’m aware of at the moment, but I’m discovering them as they get released. I only have some visibility over the builds that are prepared by Google, i.e. yakju. Everything else comes from Samsung and I don’t know what their schedules and release plans are. I can’t guarantee that flashing the yakju files that I posted would work on a device that originally shipped with yakjuxw, as I don’t have access to such devices. The hardware is supposed to be close, but I don’t know for sure that it’s close enough. JBQ“

Es ist also wohl tatsächlich so, dass nicht alle Galaxy Nexus mit der reinen Firmware von Google bestückt sind, sondern dass zum Teil auch Samsung seine Finger im Spiel hat. Ich finde das sehr schade, denn meiner Meinung nach werden hier die Kunden ziemlich geprellt, die viel Geld für das Gerät ausgegeben haben in der Hoffnung, ein reines Google-Smartphone zu bekommen.

In diesem Thread im xda-Forum kann eine Diskussion dazu verfolgt werden. Auch in den Kommentaren unter der Quelle zeigt sich die Entrüstung.

(via – Danke an meinen Bruder für den Hinweis)

 

Update 13.12.

Anscheinend sind die unterschiedlichen Firmware auf den „Volume Bug“ zurückzuführen. Um diesen zu beheben hat Samsung sehr eilig noch kurz vor Auslieferung der Geräte ein Update eingespielt. Daher scheinen auch nur die ersten Chargen die Firmware „yakjuxw“ zu haben.

Trotzdem ist es so, dass die Firmware in dieser Form keine Updates direkt von Google bekommt. Allerdings will Samsung in Kürze ein OTA-Update ausliefern, welches die originale Google-Firmware „yakju“ auf die betroffenen Geräte installiert. Dann befinden sich auch diese Geräte direkt unter Googles Update-Kontrolle. Wer nicht solange warten will, kann sich die Firmware auch manuell flashen, die mittlerweile von Samsung auf der offiziellen Webseite zum Download angeboten wird. Dabei werden allerdings sämtliche Daten auf dem Gerät gelöscht.

Das Ganze ist vielleicht nicht schön, aber da haben die Jungs von XDA wohl etwas zu schnell überreagiert. Immerhin hat Samsung schnell reagiert und ist dabei, den Fehler zu beheben.

Was die Bloatware betrifft, so wurde bestätigt, dass Google dem US-Provider Verizon für die LTE-Ausgabe des Galaxy Nexus die Vorinstallation eigener Anwendungen erlaubt. Wie viele das sind und inwiefern die stören, kann ich nicht beurteilen. Aber es passt einfach nicht zu dem, was sich die Kunden unter einem Nexus-Gerät vorstellen.

(via)

 

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