Intels „Ivy Bridge“ – und was dann kommt

Wer sich ein bisschen mit Intel und deren Vorgehensweise bei der Einführung von neuen Prozessoren auskennt, dem ist das „Tick-Tock-Modell“ ein Begriff.

Ein „Tick“ bedeutet eine Verkleinerung des Fertigungsprozesses. Es sind meist keine neuen Funktionen vorhanden, aber durch die kleineren Transistoren kann entweder der Takt bei gleichem Strombedarf erhöht werden, oder aber der Stromverbrauch kann bei gleichem Takt deutlich gesenkt werden. Das bedeutet insgesamt eine deutlich verbesserte Energieeffizienz.

Ein „Tock“ bedeutet eine neue Mikroarchitektur mit neuen Funktionen. Dabei wird die Anzahl der Transistoren erhöht und sie werden optimiert. Zudem werden neue Technologien eingeführt und die Energieeffizienz kann nochmals gesteigert werden.

 

Momentan sind die „Sandy Bridge“-Prozessoren in aller Munde. Im Modell stellen die ein „Tock“ dar. Die Transistoren wurden im Gegensatz zur ersten Intel Core-Generation nicht verkleinert, aber es sind zahlreiche neue Funktionen hinzugekommen und die Performance wurde bei gleichem Takt enorm gesteigert.

Ivy Bridge“ wiederum wird ein „Tick“, d.h. es wird im Wesentlichen nur das Fertigungsverfahren von 32 nm auf 22 nm verkleinert. Trotzdem werden diesmal auch einige Dinge verbessert, vor allem bei der integrierten Grafik. Diese ist nun DirectX11-fähig und auch etwas besser.

Der Nachfolger der Ivy Brigde hat auch schon einen Codenamen – Haswell. Dort gibt es also wieder eine neue Architektur, die viele neue Funktionen verspricht. Außerdem soll die Energieeffizienz dann schon so gut sein, dass Intel die Wahl hat: Entweder bei gleicher Leistungsaufnahme doppelt so hoher Takt oder bei halbem Energiebedarf gleicher Takt. Wenn man bedenkt, dass die Intel-Prozessoren sowieso schon nicht so stromhungrig sind (im Vergleich zu AMD), wird das sehr interessant. Erstmals seit langem könnte da der Takt wieder gehörig ansteigen. Einige Jahre schon liegen wir bei etwa 3 bis 3,5 GHz, dann könnten sogar 5 GHz drin sein!

 

Da Ivy Bridge trotz allem „nur“ ein Tick ist, sehe ich für mich persönlich noch keinen Grund, von meinem Core i7 (der ersten Generation) umzusteigen. Ivy Bridge soll im zweiten Quartal 2012 eingeführt werden. Mit Haswell wird dann wohl frühestens Mitte 2013 zu rechnen sein. Einigen Quellen zufolge scheint aber eine Markteinführung Anfang 2014 realistischer.

Da ich meiner Frau ohnehin versprochen habe, meinen jetzigen PC länger zu nutzen (dieses Argument hat mir den Kauf ja erst ermöglicht 🙂 ), passt mir der Zeitpunkt eigentlich ziemlich gut. Denn dann wird mein PC 4 Jahre alt und darf durchaus mal abgelöst werden. Ich hoffe, ich halte so lange durch …

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3 Kommentare zu “Intels „Ivy Bridge“ – und was dann kommt”

  1. Erstmal sehr nette kleine Zusammenfassung. Ich muss sagen das ich mich gerade erst im April noch für die alte i7 Generation entschieden habe.

    Das lustige ist das auch ich meiner Frau versprechen musste das der PC dann länger benutzt wird bis zur Erneuerung. Zumal ich Ihr eine enorme Leistungssteigerung versprach (was mit dem 970er kein Hexenwerk war bei dem vormals 3Ghz Celeron Single Core)

    Ich selbst rechne ebenfalls das der neue Rechenknecht sein Werk bis mindestens 2015 tut, erst dann wird auch dieser Hexacore zum Alteisen gehören, denn auch wenn die demnächst erscheinenden 6er-Ivy´s 20-30% mehr bieten, sehe ich einen Aufrüstgrund erst ab mindestens 100% Leistungssteigerung an.

    Sehr zu wünschen wäre eine rapide Erhöhung der Cores pro Chip Eine Verdoppelung auf 12C/24T wäre heutzutage sehr verlockend, aber wir sprechen uns 2015 nochmal…

    1. Hallo Triangel,
      danke für den netten Kommentar.
      Mit dem i7-970 hast du auch erstmal genug Reserven. Ein Upgrade wäre wirklich Geldverschwendung.
      Ich bin auch gespannt, was sich in Sachen Kern-Anzahl tut. Die meiste Software kann ja immer noch nicht mal mit 4 bzw. 6 Kernen richtig umgehen …

      1. Für den normalen Gamer ist son Intel Hexa auch irgendwie overdosed, da geb ich Dir recht, wenn ich langeweile habe, dann starte ich auch manchmal gleich 2 Games gleichzeitig und zocke dann immer abwechselnd (Bisl Just Case 2 Geballer und PES zur Entspannung…:D)
        Naja da ich jedoch sehr viel mit Cinema4D arbeite bin ich über jeden weiteren Core/Thread dankbar, da es immerhin bis zu 64 Threads unterstützt, und das wohlgemerkt pro Renderclient.

        Aber meiner Mum würde ich wohl eher nen günstigen i5-2500er ins Zimmer stellen ,wenn sie denn ne Maus bedienen könnte… ;P

        Und das für professionell werkelnde Studios jede gesparte Stunde Renderzeit Gold wert ist, hat durchaus Sinn die erst vor 2 Jahren angeschafften alten i7 oder XEONs gegen die neuen Ivys zu tauschen. Aber wie gesagt wir reden hier ja von Enthusiasten/HighEnd Cpus die für Max Mustermann so interessant sind wie ne Ferrari-Engine in nem Bobycar…

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