nvidia Inspector

Heutzutage nutzt eigentlich jeder, der von sich behauptet, etwas von IT zu verstehen, und der seinen Rechenknecht regelmäßig und intensiv nutzt, zwei Monitore – wenn nicht sogar mehr.
Es ist schon sehr bequem, wenn man auf dem einen Bildschirm richtig arbeiten kann, während auf dem zweiten andere Anwendungen wie E-Mail-Client, Instant Messenger oder ein Musikplayer laufen. Ich persönlich mache auch Gebrauch von einigen Windows-Gadgets, z.B. um meine die Temperaturen und Auslastung meines Prozessors oder Grafikkarte zu überwachen (grade bei so warmen Tagen), und auf dem zweiten Monitor kann man immer schön alles im Blick behalten.

Moderne Grafikkarten (und auch Prozessoren) sind so intelligent, dass sie heruntertakten, wenn nicht viel Leistung abgerufen wird, und können so die Leistungsaufnahme deutlich reduzieren.  Und genau das wird beim Dual-Monitor-Betrieb zum Problem. Meist hat man nicht zwei identische Monitore, sondern verschiedene – nämlich einen älteren und einen neuen. Werden diese nun mit verschiedenen Auflösungen oder Frequenzen angesteuert, so kommt es bei einem der beiden Bildschirme zu einem kurzen Flackern während die Grafikkarte ihren Takt ändert. Da die meisten Kunden das unwissend als einen Defekt ansehen würden, verzichten die Grafikkartenhersteller auf das Heruntertakten im Dual-Monitor-Betrieb. Das führt leider dazu, dass die Grafikkarte immer auf Maximal-Takt läuft. Zwar ist die Karte nicht ausgelastet, sondern dümpelt nur vor sich und verbraucht nicht so sehr viel Strom, aber dennoch mehr, als wenn sie heruntertakten würde.

Da ich mir vor ein paar Wochen eine nvidia GTX 570 (Gainward GTX 570 Phantom) zugelegt habe, habe ich mich unweigerlich dieses Problems annehmen müssen und mit ein wenig informiert. Dabei habe ich das Tool „nvidia Inspector“ gefunden. Mit diesem kleinen Programm lässt sich das Heruntertakten der Grafikkarte auch im Dual-Monitor-Betrieb erzwingen. Das hat zwar – wie bereits beschrieben – zur Folge, dass mein Sekundärmonitor beim Ändern des Taktes kurz flackert, jedoch kann ich gut damit leben, da die Vorteile eindeutig überwiegen.

Der Maximaltakt der GTX 570 beträgt 750 MHz. Mit diesem Takt läuft sie mit zwei Monitoren ständig – auch im Idle, wobei sie wie schon gesagt allerdings nicht wirklich beschäftigt ist. Die Temperatur beträgt ca. 49°C und die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems liegt bei 138 W.
Mit dem nvidia Inspector (und auch im Single-Monitor-Betrieb) taktet die Karte im Idle auf 51 MHz herunter. Die Temperatur sinkt dann auf ca. 35°C und der Stromverbrauch auf 90 W.
Die Karte läuft also 14°C kühler und verbraucht ca. 50 W weniger Strom.
Auf Dauer gesehen ist beides natürlich nicht zu verachten. Es kann nie schaden, die Hardware so kühl wie möglich zu halten, und wer spart schon nicht gerne in der Stromrechnung?

Allerdings gibt es auch ein paar Dinge zu beachten. Läuft die Karte mit einem derart geringen Takt, wird sie dementsprechend schneller ausgelastet. Hat man z.B. ein Video laufen und nebenbei eine Flash-Webseite geöffnet, dann kann die Auslastung schnell mal 80 % übersteigen. Außerdem taktet die Grafikkarte nicht mehr automatisch hoch, wenn mehr Leistung gebraucht wird.
Daher gibt es zwei weitere Modi, die man einmalig manuell konfigurieren muss: Den „Video-Modus“ und den „Full 3D-Modus“.
Im Video-Modus taktet meine GTX 570 mit 405 MHz und hat genügend Power um mehrere Videos und Webseiten bei moderater Auslastung anzuzeigen. Der Stromverbrauch des gesamten Systems liegt dann bei etwa 110 W und die Temperatur der Grafikkarte bei 42°C.
Im 3D-Modus läuft die Karte mit maximalem Takt von 750 MHz und ermöglicht die Ausführung von 3D-Anwendungen und Spielen. Allerdings explodiert unter Last dann natürlich die Leistungsaufnahme des Systems auf ca. 330 W. Und die Temperatur ebenso auf 72°C.
Wie gesagt müssen diese Modi einmalig manuell konfiguriert werden, das heißt, die betroffenen Anwendungen müssen einem Modus zugeordnet werden. Das dauert aber nur wenige Minuten und diese Zeit sollte in Kauf genommen werden.

Fazit:
Bis auf das Flackern eines Monitors beim Umschalten des Taktes ergeben sich durch den Einsatz des nvidia Inspectors nur Vorteile, daher kann ich einen Einsatz für jeden empfehlen, der zwei Bildschirme nutzt.

Bei weiteren Fragen oder für Hilfestellungen könnt ihr mich gerne unter info@truehope.de kontaktieren.
Den nvidia Inspector könnt ihr hier herunterladen.

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2 Kommentare zu “nvidia Inspector”

  1. Meine Computer/Notebooks laufen fast alle im Dual-Monitor-Betrieb teils NVidea- teils IBM-Grafik und bei mir ist dieses Problem noch nie aufgetreten. Allerdings benutze ich nur Linux (Ubuntu)

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